Kulinarik

Von der Sekretärin zur ersten Braumeisterin Belgiens

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Die Geschichte von Madame Rose
Dass man es vom Tellerwäscher zum Millionär bringen kann, ist bekannt. Aber kennt ihr auch die Geschichte von der Sekretärin, die es bis zur ersten und lange Zeit auch einzigen Braumeisterin ihres Landes brachte? Diese Geschichte ist in Flandern wahr geworden: Sie handelt von Rosa Merckx, die heute 92 Jahre alte Grande Dame des belgischen Biers, die eigentlich nur vorübergehend in der Brauerei Liefmans in Oudenaarde zwischen Gent und Roubaix arbeiten wollte.  Doch dann blieb sie 46 Jahre und übernahm später sogar die Leitung der belgischen Traditionsbrauerei – als einzige Frau in einer Männerwelt. Im Laufe der Jahre traf Madame Rose sowohl Könige und Königinnen als auch Professoren und Braumeister aus aller Welt. Heute ziert ihr Konterfei die Etiketten der Liefmans-Flaschen. Seit 2008 gehört die Kultbrauerei Liefmans übrigens zur Brauereigruppe Duvel Moortgat, einer der bedeutendsten Brauereien für Spezialbiere in Belgien.

LIefmansAlles begann damit, dass Rosa kein Blatt vor den Mund  nahm, als ihr Chef sie damals von einem neuen, frisch gebrauten Bier probieren lies. Schnell wurde klar, dass sie einen ausgeprägten Geruchs- und Geschmackssinn hat. So durfte die Sekretärin schließlich die Feinabstimmung des Biers übernehmen und erfand auch gleich den Namen Liefmans Goudenband. „Ich braute nach Hausmacherart und ich wusste genau, ob das Bier gut oder schlecht war, ob die Gerste auf den Punkt gemälzt war, ob das Bier gut reifen würde“ erzählt Rosa Merckx heute. „Wenn ich den Hopfen zwischen den Fingern zerrieb, konnte ich beinahe riechen, wie das Bier später schmecken würde.“ So gelang es Rosa, das einst saure, bittere Bier in ein wohlschmeckendes Erfolgsbier zu verwandeln, indem sie es nach ihrem eigenen Geschmack entwickelte. Der Erfolg gibt ihr recht: Noch im vergangenen Jahr wurde Liefmans Goudenband von einer internationalen Jury zum besten belgischen Bier gewählt – aus über 800 Sorten.

Von Ruhestand kann bei Rosa Merckx übrigens keine Rede sein.  Die ehemalige Geschäftsführerin wohnt noch immer direkt neben der Brauerei. „Es kommen Besucher aus der ganzen Welt und ich spreche vier Sprachen, also ruft man mich immer wieder dazu“, sagt die rüstige Dame. „Ich befasse mich mehr mit der Brauerei als jemals zuvor!“

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