Am Grote Markt von Leuven zieht das gotische Rathaus alle Blicke auf sich. Fast unbemerkt steht ihm gegenüber die Sankt-Peterskirche, die auf den zweiten Blick eine wahre Schatzkammer ist. Errichtet im 15. Jahrhundert, zählt sie zu den wichtigsten Bauwerken der Brabanter Spätgotik.

Im Inneren überrascht die Kirche mit einem hellen, hohen Raum, kunstvollen Kanzeln und bedeutenden Gemälden. Besonders hervorzuheben ist das Altarbild „Das letzte Abendmahl“ von Dieric Bouts, das noch immer an dem Ort zu sehen ist, für den es geschaffen wurde. Damit wird Kunstgeschichte hier nicht nur ausgestellt, sondern räumlich erfahrbar.

Spannend ist auch der Blick in die Zukunft: Die Kirche wird zunehmend als moderner Ausstellungsort genutzt. Mit Hilfe von Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen soll Stadtgeschichte künftig noch anschaulicher vermittelt werden, ohne die historische Substanz zu verändern.

Leuven eignet sich hervorragend als Kulturziel abseits der ganz großen Touristenströme. Wer nach dem Kirchenbesuch weiterziehen möchte, kann die Stadt gut mit Gent oder Brügge kombinieren. Für einen ruhigeren Einstieg empfiehlt sich etwa eine Fahrradtour durch Brügge, die Geschichte und Alltag miteinander verbindet.