Es ist fast ein Wunder, dass es den Genter Altar überhaupt noch gibt. Kaum ein anderes Kunstwerk der europäischen Geschichte wurde so oft geraubt, versteckt, zerlegt und wieder zusammengesetzt. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 1432 hat das monumentale Werk von Jan und Hubert van Eyck eine bewegte Geschichte hinter sich.

Der Altar wurde Opfer von Bildersturm, Kriegsbeute und Kunstraub. Napoleon ließ Teile außer Landes bringen, im Zweiten Weltkrieg verschleppten ihn die Nationalsozialisten in ein Salzbergwerk. Dass er heute wieder nahezu vollständig in Gent zu sehen ist, verdankt sich mutigen Menschen und aufwendigen Rettungsaktionen.

Neben dieser Geschichte ist es vor allem die jüngste Restaurierung, die den Genter Altar neu erlebbar macht. Übermalungen aus späteren Jahrhunderten wurden entfernt, Details sichtbar, Farben überraschend frisch. Besonders bekannt ist die Szene der Anbetung des Lammes Gottes, doch auch die Engel und zahlreichen Nebentafeln ziehen den Blick immer wieder an.

Ein Besuch des Altars lässt sich ideal mit einer Erkundung der Stadt verbinden. Gent ist nicht nur Kunststadt, sondern auch lebendiger Ort mit Cafés, kleinen Gassen und kulinarischen Entdeckungen. Wer sich nach der Kunst lieber dem Genuss widmet, findet mit der Schokoladenreise von der Bohne zur Praline einen passenden Kontrast.