Browsing Tag

Flandern

Brüssel

Jazzlokal in Art déco

Archiduc © Lieve Boussauw
Zu Gast in Brüssels legendärem L’Achiduc

Ihr habt im Winter keinen Bock auf Blockflötenklänge und „Last Christmas“? Dann habe ich hier einen ganz besonderen Tipp für Euch: In Brüssel könnt ihr musikalisch in ganz andere Welten eintauchen. Viele verbinden mit der belgischen Hauptstadt ja eher die EU, das Atomium oder die legendären Waffeln. Aber Brüssel ist auch ein Hotspot für Jazz-Fans (und solche, die es werden wollen). Hier gibt es mehr als ein  legendäres Jazzlokal. Außerdem finden das ganze Jahr über zahlreiche Jazz-Events statt.

Ich möchte euch entführen an einen ganz besonderen Ort, nur einen Katzensprung von der Börse und dem Grand Place entfernt: Hier in der Rue Antoine Dansaert eröffnete vor genau 80 Jahre das „L’Archiduc“ ( Der Erzherzog), eine kleine elegante Art déco-Bar. Noch heute kann man in dem Jazzlokal, das zu den besten der Welt zählt, auf den Originalbänken entlang der Wände sitzen, in die ganz besondere Atmosphäre der 30er Jahre eintauchen – und dazu Jazz in all seinen Facetten hören.

L'Archiduc, © Lieve Boussauw

L’Archiduc, © Lieve Boussauw

Weiterlesen …

Allgemein, Antwerpen, Kultur

Antwerpen gehört zu „Best in Travel 2018 Top 10 Städte“ von Lonely Planet

Havenhuis Antwerpen, © Zaha Hadid Architects

Warum ihr 2018 unbedingt Antwerpen besuchen solltet

Wow, laut Lonely Planet zählt Antwerpen zu den Städten, die 2018 „auf jeden Fall einen Besuch wert sind“. In dem berühmten Ranking des renommierten Reiseführerverlages hat es die heimliche Hauptstadt Flanderns in der Rubrik „Best in Travel 2018 Top 10 Städte“ auf den sechsten Platz geschafft. Ich habe mir die Begründung mal genauer angeschaut und für Euch zusammengefasst:

Hauptstadt des Coolen

Modestadt Antwerpen, © Antwerpen Toerisme & Congres, Jan Crab

Modestadt Antwerpen, © Antwerpen Toerisme & Congres, Jan Crab

Was dem Lonely Planet-Team besonders imponiert hat, sind die vielen historischen Schätze, aber auch die Kunst- und Design-Szene von Weltrang. Wie schreiben die Reiseprofis so schön auf ihrer Webseite? „Antwerpen verbindet die klassische Eleganz von Brügge mit der Coolness einer Metropole“. An anderer Stelle heißt es sogar „Ohne Zweifel ist diese charmante Stadt die Hauptstadt des Coolen“. Ja, cool ist Antwerpen auch in meinen Augen. Ich kenne keine andere Stadt, die gleichzeitig so viel historisches Flair hat und zugleich so hip ist. In Antwerpen merkt man einfach, dass „alt“ nicht „altbacken“ sein muss. Antwerpen punktet gerade mit dieser faszinierenden Kombination, hier mischt man auch „unerschrocken moderne Bauwerke mit Barock“. Und unser Themenjahr Antwerp Baroque 2018 hat die Jury anscheinend ebenfalls beeindruckt. Auch das alte Hafenviertel und die junge, spannende Architektur kommen gut an, so etwa das 2016 fertiggestellte „Porthouse“ der Stararchitektin Zaha Hadid.

Weiterlesen …

Antwerpen, Flämische Meister, Kultur

Zum Anbeten schön: Barocke Kirchenkunst in Antwerpen

Deckenmalerei in der Liebfrauenkirche

In Antwerpen kann man als Besucher schon mal in die Knie gehen… Etwa in den monumentalen Kirchen wie der majestätischen Liebfrauenkathedrale, der Sankt Pauluskirche, der Sankt Andreaskirche, der Sankt Carolus Borromäuskirche oder der gerade restaurierten Sankt Jakobskirche. Die sind nämlich einfach zum Anbeten schön! Und das nicht nur wegen der prachtvollen Architektur, sondern auch wegen der bedeutenden Gemälde und Skulpturen, die Künstler von Weltrang hier hinterlassen haben – allen voran die flämischen Meister wie Rubens, Jordaens oder Van Dyck. Kirchen gehörten schließlich zu den wichtigsten Auftraggebern neuer Werke für Rubens und seine Zeitgenossen. Viele davon sind heute noch erhalten und vor Ort zu besichtigen. Macht euch doch mal auf eine Reise ins Barock und folgt den Spuren der großen Künstler! Weiterlesen …

Flämische Meister, Gent, Kultur

Ein Meisterwerk unter der Lupe: der Genter Altar wird restauriert

Restaurierung des Genter Altars, im Museum der Schönen Künste.

Gent hat viele Gesichter – dass die Stadt ein Paradies für Vegetarier ist und man hier spannende Hot Spots der Street Art Szene findet, haben wir euch schon verraten. Darüber hinaus ist die zweitgrößte Stadt Flanderns ein pulsierender Ort der Kunst und Kreativität. Hier haben neben Graffiti-Künstlern auch die Alten Meister ihre Spuren hinterlassen.

Während ihr durch den mittelalterlichen Stadtkern Gents mit seinen romantischen Gassen und malerischen Plätzen schlendert, könnt ihr einzigartigen Kunstschätzen begegnen. Das absolute Highlight: Der Genter Altar.

Der weltberühmte Flügelaltar rund um die Anbetung des Lamm Gottes hat eine wechselvolle Geschichte: Das im Jahr 1432 von den Brüdern van Eyck geschaffene Meisterwerk hat den Bildersturm überlebt, ist unter Napoleon in französische Hände gefallen und wurde im Zweiten Weltkrieg vom nationalsozialistischen Deutschland als Eigentum eingefordert. Heute hängt der fast 4 Meter breite und mehr als 5 Meter hohe Meilenstein der Kunstgeschichte wieder in der St. Bavo Kathedrale. Zumindest ein Teil der 26 Bildtafeln; denn das Meisterwerk wird gerade im Museum für Schöne Künste (MSK) aufwändig restauriert. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten, die noch bis 2019 andauern werden, sind ebenso spannend wie die Geschichte des Altars selbst. Acht Restauratoren arbeiten ganztägig an den Tafeln und haben bereits zahlreiche bislang unbekannte Schichten freigelegt. An jedem letzten Mittwoch des Monats beantworten die Restauratoren im MSK die Fragen der Besucher. Weiterlesen …

Gent, Kultur

Gent: Der Street Art Hot Spot in Europa

gent-street-art_c_visiit-flanders_eugene-hertoghe

Denkt ihr bei Gent zuerst an romantische Gassen, Alte Meister und den Genter Altar? Dann wollen wir euch in dieser Flandern-Geschichte eine ganz andere Facette dieser kreativen und kunstvollen Stadt vorstellen: Denn auch in Sachen Street Art ist Gent ganz groß. Berühmte Street-Art-Künstler wie ROA und Bue the Warrior leben hier und haben ihre markanten Spuren im Stadtbild hinterlassen.

Mit der Werregarenstraat hat Gent sogar eine richtige Graffitigasse. Die solltet ihr euch bei eurem nächsten Gent-Trip unbedingt mal anschauen. Nicht nur, weil die großformatigen farbenfrohen Outdoor-Kunstwerke beliebte Fotokulissen sind, sondern auch, weil ihr live dabei sein könnt, wenn neue Kunstwerke entstehen: Wenn ihr Glück habt, könnt ihr Künstlern wie HardNesh über die Schulter schauen, wenn sie selbst mit ihren Sprühdosen neue Street Art an die Wände bringen oder wenn sie bei Workshops jungen Talenten Anleitung und „Spiel“-Raum zum Sprühen geben. Wiederkommen lohnt sich, schließlich verändert die Graffitigasse ständig ihr Aussehen.

Weiterlesen …

Brüssel, Kultur

Kleine Comic Helden ganz groß

Bei dieser Flandern Geschichte wird‘s mal so richtig bunt! Sie handelt von kleinen, weit bekannten Helden, die in Flandern das Licht der Welt erblickt haben: Luky Luke, Tim und Struppi und zahlreichen weiteren berühmten Comic-Stars. Einmal im Jahr haben sie in Brüssel ihren ganz großen Auftritt: Dreidimensional und überlebensgroß schweben sie als farbenfrohe Figuren bei der Balloon’s Day Parade durch die Innenstadt – ein Spektakel, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet: Am 4. September machen die meterhohen Figuren die Straßen der belgischen Hauptstadt wieder zum bunten Comic-Boulevard. Bereits das Aufblasen der gigantischen Figuren ist ein Schauspiel: Schon morgens um zehn Uhr werden am Paleizenplein die Comic-Helden mit Helium gefüllt. Dann nehmen Bob der Baumeister, Fritz the Cat, oder Gaston nach und nach ihre markante Form an. Um 14 Uhr setzt sich die bunte Parade dann in Bewegung.

Die Parade ist Höhepunkt und krönender Abschluss des Comic-Festivals, das vom 2. bis 4 September wieder Fans aus aller Welt nach Brüssel lockt. Für alle, denen die Parade zu „abgehoben“ ist, haben wir noch einen weiteren Tipp: die „Tintin Magazine Rally“. Diese führt ebenfalls am 4. September durch die Straßen von Brüssel bis zum Musée Hergé in Louvain-la-Neuve und retour. Erwartet werden rund 80 Vintage-Autos und Motorräder, die ihr aus den Tim & Struppi-Heften kennt: Ob der Ford T aus „Tim im Kongo“ oder der Lincoln Zephyr von Kapitän Haddock aus „Die 7 Kristallkugeln“. Sie und ihre stilecht gekleideten Fahrer versprühen dabei das Flair aus vier Jahrzehnten Tim und Struppi-Heften.

Weiterlesen …

Kultur, Küste

Küste: Krabbenfischer zu Pferde

Krabbenfischer Oostduinkerke

„Auf dem Rücken der Pferde…“, so könnte diese Flandern-Geschichte beginnen. Aber sie geht bestimmt nicht so weiter, wie ihr denkt. Schauplatz ist auch kein Ponyhof, sondern die belgische Küste. Genauer gesagt die kleine Küstengemeinde Oostduinkerke.  Jeden Tag, etwa  zwei Stunden vor der Ebbe, schwingen sich hier Fischer in Öljacke, hohen Gummistiefeln und Südwester auf dem Kopf auf ihre massigen Pferde – keine edlen Rösser, sondern schwere Hengste der Brabanter oder Henngauer Rasse. Bei Wind und Wetter trotten die belgischen Kaltblüter los und ziehen riesige Netze durch die Brandung – bis sie bis zum Hals im Wasser stehen. Auf ihrem Rücken neben den Reitern zwei große Reetkörbe für die Krabben, die auf diese ungewöhnliche Art aus  der Nordsee gefischt werden.

Der weite weiße Sandstrand von Oostduinkerke bietet nicht nur eine grandiose Kulisse für das Schauspiel, das man nirgendwo anders auf der Welt findet. Er bietet auch aufgrund seiner Lage und Beschaffenheit einen ausgezeichneten Nährboden für die Krabben. Und das schon seit Jahrhunderten. So gingen bereits vor rund  500 Jahren die ersten Paardenvissers, wie sie auf Flämisch genannt werden, hier mit ihren Pferden auf Krabbenfang.  Kein Wunder, dass diese Kulturtechnik seit 2013 sogar auf der UNESCO Liste des immateriellen Kulturerbes steht. Genau so traditionell wie die Fisch-Technik sind auch die Fischer selbst: Viele der 16 heute noch aktiven Fischer sind in die Fußstapfen ihre Vorväter getreten. Weiterlesen …

Antwerpen, Flämische Meister, Kultur, Städte/Regionen

Startup aus der Renaissance

Plantin Moretus; boekbinden; cartografie; drukken; drukkerij; etsen; expo; museum

Das Museum Plantin Moretus, die älteste Druckerei der Welt, ist nicht nur ein bedeutender Ort der Technikgeschichte, sondern auch ein Muss für Freunde der flämischen Literaturgeschichte. In dem eindrucksvollen Komplex aus dem 16. Jahrhundert mitten im historischen Zentrum von Antwerpen könnt ihr tief in die Geschichte des Buches, der Buchdruckkunst und des Unternehmergeistes der berühmten Verlegerfamilie eintauchen. Christoffel Plantin und sein Schwiegersohn Jan Moretus waren ein ziemlich revolutionäres Duo: als die ersten Drucker auf industriellem Niveau waren sie so etwas wie der Steve Jobs und Mark Zuckerberg der Renaissance. Mit ihren Massenauflagen von Büchern läuteten sie ein neues Zeitalter der Kommunikation ein: Sie waren Vorreiter der Meinungsvielfalt und trugen mit dazu bei, den Zugang zu Wissen verfügbarer zu machen. Was in der heutigen Mediengesellschaft selbstverständlich ist, war damals eine Sensation.

Weiterlesen …

Kulinarik, Mechelen

Mmmmmmechelen!!

Witlof_Mechelen

Diese Flandern-Geschichte solltet ihr euch auf der Zunge zergehen lassen! Diesmal erzählen wir etwas über den Versuch, den Mond zu löschen, über die Entdeckung des Chicorées und über einen etwas ungewöhnlichen Kuckuck. Also eigentlich sind es gleich drei Geschichten, alle spielen in Mechelen und bei allen geht es um Genuss.

Die erste Geschichte geht zurück auf das Jahr 1687, als ein beschwipster Kneipengänger nachts aus dem Wirtshaus am Grote Markt torkelte und der Turm der St. Romboutskathedrale in Nebel gehüllt war. Da der Angetrunkene dachte, der Turm stünde in Flammen, alarmierte er die ganze Stadt, die sofort mit den Löscharbeiten begann. Doch plötzlich schien der Mond durch den Nebel und die Glut war verschwunden. Die mutigen Mechelner hatten nichts weiter als ein rötlich schimmerndes Nebelglühen gesehen und versucht, den Mond zu löschen! Bis heute tragen die Mechelner deshalb den Spott- und Spitznamen Maneblussers (Mondlöscher). Mechelen-Besucher können sich diese Geschichte übrigens auf der Zunge zergehen lassen: Mit den „Maneblussertjes“, den kleinen Mondlöschern, gibt es knusprige Plätzchen mit Glasur oder gefüllte Pralinen in der Form eines Mondes. Die Traditionsbäckerei Vanderbeek bietet diese Köstlichkeiten in allen Sorten und Größen an.

Vanderbeek Konditorei

Und dann gibt es die Geschichte von dem Gemüse, das eigentlich ein Schattendasein führt: Weiterlesen …

Kulinarik

Von der Sekretärin zur ersten Braumeisterin Belgiens

_MG_7346 copy

Die Geschichte von Madame Rose
Dass man es vom Tellerwäscher zum Millionär bringen kann, ist bekannt. Aber kennt ihr auch die Geschichte von der Sekretärin, die es bis zur ersten und lange Zeit auch einzigen Braumeisterin ihres Landes brachte? Diese Geschichte ist in Flandern wahr geworden: Sie handelt von Rosa Merckx, die heute 92 Jahre alte Grande Dame des belgischen Biers, die eigentlich nur vorübergehend in der Brauerei Liefmans in Oudenaarde zwischen Gent und Roubaix arbeiten wollte.  Doch dann blieb sie 46 Jahre und übernahm später sogar die Leitung der belgischen Traditionsbrauerei – als einzige Frau in einer Männerwelt. Im Laufe der Jahre traf Madame Rose sowohl Könige und Königinnen als auch Professoren und Braumeister aus aller Welt. Heute ziert ihr Konterfei die Etiketten der Liefmans-Flaschen. Seit 2008 gehört die Kultbrauerei Liefmans übrigens zur Brauereigruppe Duvel Moortgat, einer der bedeutendsten Brauereien für Spezialbiere in Belgien. Weiterlesen …